Jetzt werde ich Pilot
Wie Ihr alle mit Sicherheit mitbekommen habt, habe ich meine aktive Radsportkarriere beendet.
Jetzt mache ich eine Ausbildung zum Verkehrspiloten.
Meine Privat-Piloten-Lizenz habe ich bereits in der Tasche. Sie berechtigt mich zum Fliegen mit einmotorigen Flugzeugen nach Sichtflugregeln.
Wie ich zur Zeit feststellen muss, ist es noch schöner über den Schwarzwald zu fliegen, als durch ihn hindurch zu radeln.
Mit diesem Flugzeug bin ich unterwegs:
Die Piper PA 28:

Vielleicht hast Du ja auch Lust mit mir zu fliegen!?
tim@klinger-online.info
Ende meiner Radsportkarriere
Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen meine Radsportkarriere zu beenden. Nachdem ich in den letzten Wochen die Trainingseinheiten auf dem Rad intensiviert hatte fing die Sehne in der Kniekehle wieder an zu schmerzen. Es ist die Verletzung, die mich seit eineinhalb Jahren immer wieder zu längeren Pausen zwingt.
Die letzten Rennen der Saison 2008 konnte ich ohne gesundheitliche Probleme beenden. Dieses ließ mich auf die kommende Saison hoffen. Aber trotz inzwischen unzähliger Arztbesuche, intensivster Behandlung und immer wieder erneutem Versuch des Neuaufbaus, ist es mir nicht gelungen dieses Problem in den Griff zu bekommen.
Im Radsport sehe ich aus diesem Grund keine Perspektive mehr für meine Zukunft und möchte mich nun auf andere berufliche Ziele konzentrieren. Auch dem Team Vorarlberg-Corratec, sowie allen Sponsoren und Betreuern gegenüber, wäre es nicht fair eine ähnliche, durch Verletzungen verkorkste Saison wie 2008 zu fahren.
Nach vielen Jahren kompromissloser Hingabe für den Sport, fällt mir diese Entscheidung ungeheuer schwer.
Meine kurze Radsportkarriere vom Anfang bis zum Ende
Am 01.05.2001 bestritt ich mein erstes Radrennen in Büttgen in der Juniorenklasse. Nach einem 12. Platz war mir schon da klar: Ich will Profi werden! Mit der Familie Krautscheid (KRABO-Fahrräder), meinem Trainer Willi Belgo und nicht zuletzt meinen Eltern hatte ich das perfekte Betreuerteam für meine ersten Jahre im Radsport.
2002 startete ich mit 17 Jahren in meine erste durch planmäßiges Training gut vorbereitete Radsaison. Mein erstes Trainingslager auf Mallorca (inzwischen war ich neun Mal zum Radfahren auf Mallorca) gab mir den feinschliff und ich gewann trotz einer Knieoperation zu Anfang der Saison meine ersten Radrennen. Meistens dann, wenn es berghoch ging.
2003 war ich Stolz den Sprung in ein U23 Team geschafft zu haben. Im Team Optik-Delker fuhr ich die ersten Bundesliga-Rennen und machte auch meine ersten internationalen Erfahrungen im Radsport. Dort lernte ich meinen Trainer Lars Diemer kennen, der mich bis heute bestens unterstützt hat. Ende der Saison 2003 musste ich meine letzten Rennen absagen. Ich machte zum ersten Mal Bekanntschaft mit meiner großen Schwachstelle: Die Sehnen in der Kniekehle. Trotz der Verletzung wurde ich noch dritter in der Nachwuchswertung der Bundesliga. Dieses und meine auffällige Fahrweise am Berg führten dazu, dass mich Peter Weibel in die Nationalmannschaft aufnahm. Für mich damals ein unglaubliches Gefühl!
Erst in der zweiten Saisonhälfte 2004 konnte ich wieder Radrennen fahren. Fast neun Monate dauerte es bis die Probleme mit der Sehnenentzündung verschwunden waren. Kein einziges Radrennen im Trikot der Nationalmannschaft in diesem Jahr. Dafür baute ich aber mein Abitur. Zu Ende der Saison lief es wieder: Unter anderem durch meine ersten internationalen Erfolge bei der „Ober-Österreichrundfahrt“ und bei der „Tour de Moselle“ im Optik-Delker-Trikot.
2005 fuhr ich für das neuentstandene Continental-Team Sparkasse. Die meisten großen Rennen fuhr ich allerdings nun für die U23-Nationalmannschaft. Mein größter Erfolg war der vierte Platz der Gesamtwertung der „Ronde de l’Isarde“ in den Pyrenäen. Vom Profil her die schwerste U23 Rundfahrt in Europa. Kurz danach sprach mich mein erster Manager Siegfried Fröhlich an. Er hatte von meinen Erfolgen aber auch von meiner Einstellung zum Sport gehört und wollte mich managen. Von da an arbeiteten wir zusammen.
2006 hatte ich meinen ersten Profivertrag in der Tasche. Ich durfte für das Professional Continental Team „Wiesenhof-Akud“ an den Start gehen. Am 27.1. fuhr ich mein erstes Radrennen als Profi in Katar. Am selben Tag starb mein Trainer und Freund Willi Belgo. Er sagte immer er wolle mich solange unterstützen bis ich Profi werde. Für mich ein unfassbares, sehr trauriges Ereignis! Im Team von Jens Heppner hatte ich ein tolles Jahr und fuhr konstant gute Rennen (u.a. 3.Gesamt und Bergtrikot „Istrian Spring Trophy“, 15. Gesamt „Int. Friedensfahrt“, 6. Gesamt „Sachsentour“). Unteranderem von Jochen Hahn erhielt ich wertvolle Tipps, um noch professioneller für den Sport zu leben. Das Highlight des Jahres war ein nicht von Erfolg gekröntes Rennen: Die Deutschlandtour. Die erste Etappe führte durch meine Heimatstadt Sprockhövel. Ein unvergessliches Erlebnis!
2007 wartete die erste Liga des Radsports auf mich. Ich unterschrieb einen Zweijahresvertrag bei Hans-Michael Holczer. Als ich im Winter von Christian Henn erfuhr den Giro d’Italia im Mai bestreiten zu dürfen, sprühte ich nur vor Motivation. Bei meinem ersten Rennen im bergigen Gelände für das Team Gerolsteiner auf Mallorca konnte ich zeigen was ich drauf habe. Mit etwas mehr Glück wären schon dort Topplatzierungen drin gewesen. Meine gute Form fiel der Teamleitung natürlich auf. Deshalb wurde meine Rennplanung komplett geändert. Schon vorm Giro sollte ich einige große, für das Team wichtige Rennen bestreiten: „Baskenlandrundfahrt“, „Fleche-Wallonne“, „Lüttich-Bastogne-Lüttich“, „Henninger Turm“. Ich schaffte es bei diesen Rennen schwere Arbeit sehr gut für unsere Kapitäne zu verrichten, gewann bei der „Settimana Cyclista Int. Coppi e Bartali“ das Bergtrikot und stand anschließend mit der besten Form meiner Karriere am Start vom Giro d’Italia. Viele Stürze, entzündete Wunden und letztendlich eine Sehnenentzündung in der Kniekehle brachten mich dazu bei der 12. Etappe auszusteigen. Hinzu kamen Dopinggeständnisse vieler meiner Vorbilder. Der Schock und die Enttäuschung saßen tief. Nachdem ich mich vom Giro erholt hatte, glaubte die Sehnenprobleme wieder im Griff zu haben, konnte ich mich für die Vuelta in Spanien wieder in Form bringen. Abseits des Medieninteresses wurde ich bei der Königsetappe nach Andorra 26. und im letzten Zeitfahren nach drei Wochen 20.. Allerdings hatte ich wieder starke Sehnenschmerzen. Trotzdem kämpfte ich mich durch. Gesundheitlich war das ein großer Fehler, aber die Erfahrung physisch und psychisch so an die Grenze zu gehen bleibt wohl in meinem Leben einmalig.
2008 war es zuerst nicht die Sehne, sondern ein winziges Neurom, das elektrische-ausstrahlende Schmerzen beim Sitzen verursachte und mich vom Radfahren abhielt. Erst im Juni fuhr ich mein erstes Rennen der Saison. Zur „Sachsentour“ war meine Form wieder passable und ich machte mir Hoffnungen für die Vuelta. Doch schon während der Sachsentour bemerkte ich wieder dieses Zwicken in der Kniekehle. Einen Tag nach der Rundfahrt fuhr ich ein kleines Rundstreckenrennen. Anschließend konnte ich mein Bein vor Schmerzen kaum beugen. Bei der nächsten Rundfahrt in Frankreich musste ich aussteigen. Nach längerer Pause und einem Neuaufbau mit Hilfe eines sehr guten Physiotherapeuten hatte ich erneut Hoffnung das Problem in den Griff zu bekommen. Die Vuelta fiel für mich aus, die letzten Rennen der Saison konnte ich aber ohne Probleme bestreiten.
Für das Jahr 2009 nahm mich das Professionell Continental Team „Vorarlberg-Corratec“ unter Vertrag. Meine Privatsponsoren „Sparkasse Sprockhövel“ und „Kappel Immobilien“ versprachen mich auch in 2009 zu unterstützen. Neben meiner Freundin Christina, meinen Eltern, meinem Trainer Lars Diemer, vielen Freunden und meinem Fanclub aus Sachsen gibt es noch viele andere, die mir immer Mut gemacht haben. Damit zeigten sie mir alle, dass sie an mein Talent glauben und auch meine Persönlichkeit schätzen. Dafür bin ich sehr dankbar!
2009: Team Vorarlberg-Corratec
In der kommenden Saison fahre ich für das in Österreich ansässige Team Vorarlberg –Corratec.
Das Team Vorarlberg-Corratec wird 2009 als Professional-Continental-Team an den Start gehen. Das Rennprogramm ist vergleichbar mit dem eines Pro-Tour-Teams, jedoch fährt es wahrscheinlich keine der drei großen Rundfahrten Giro d’Italia, Vuelta Espagna oder Tour de France.
Mit dem Wechsel ins Alpenland bin ich sehr zufrieden. Nach dem ersten Teamtreffen und Kennenlernen, bin ich mir sicher, dass ich mich innerhalb des Teams im kommenden Jahr sehr wohl fühlen werde.
Im Vergleich zu den beiden letzten Jahren bei Gerolsteiner, wird sich meine Position im Team sicherlich etwas ändern. Die Teamleitung und auch ich selber erwarten, dass ich bei dem einen oder anderem Rennen die Verantwortung übernehmen kann und auf Platzierung fahren werde. Diese Aufgabe sehe ich als große Herausforderung und besonders deshalb freue ich mich auf das Jahr bei Voralberg-Corratec.
Die Profirennen im deutschsprachigen Raum werden die wichtigsten für das Team und auch für mich sein. Dazu gehören unteranderem die Bayern-Rundfahrt, die 2009 die größte deutsche Rundfahrt sein wird, die Österreichrundfahrt und die Tour de Suisse. Zu den Eintagesrennen werden Rund um den Henninger Turm, Rund um Köln und die Deutschen Meisterschaften gehören.
Nach einer durchwachsenen Zeit bei Gerolsteiner, aufgrund mehrerer Verletzungen, ist nun mein größter Wunsch gesund durch die Saison 2009 zu kommen. Ich bin mir sicher, dass dann der Rest von alleine kommt.
Die Vorbereitung auf die kommende Saison hat bereits begonnen und das Wintertraining läuft nach Plan.
Was passiert in 2009?
Der 21. Platz bei der Sachsentour ließ noch hoffen und zeigte, dass meine Form weiter von Rennen zu Rennen anstieg. Eine Reizung der Semitendinosussehne zwang mich kurz danach das Training zu reduzieren und schließlich bei der Tour de l'Ain auszusteigen. Trotz intensivster Behandlung musste ich die Vuelta in Spanien absagen und hoffe nun noch einige Rennen Ende September und im Oktober fahren zu können.
Wie es für mich im kommenden Jahr weitergeht, steht noch nicht fest. Ich sehe noch Chancen in einem Topteam unterzukommen. Allerdings habe ich an mehreren Möglichkeiten gefallen gefunden. Ich freue mich und bin gespannt auf die Zukunft.
Rennkilometer gesammelt
Bei der "Ster-Elektrotour", den "Deutschen Meisterschaften" und zuletzt bei der "Österreichrundfahrt" hieß es durchkommen und Rennkilometer sammeln.
Dieses gelang mir auch und ich konnte alle Rennen beenden und hoffe dadurch die notwendige Rennhärte zurück zu erlangen. Auch wenn ich meistens im hinteren Drittel des Feldes ins Ziel kam bin ich zufrieden, da meine Form ansteigend ist und ich nun glaube bei den nächsten Rennen wieder weiter vorne mitspielen zu können.
Meine nächste Rundfahrt ist die "Sachsentour", direkt anschließend stehe ich beim "Internationalen Ratinger Radrennen" am Start.
Vor zwei Jahren war ich bereits bei der Sachsentour Gesamt sechster. Dass ich dieses Jahr dieses Ergebnis wiederholen kann, glaube ich nicht, hoffe aber mich an dem einen oder anderen Tag wieder gut präsentieren zu können.
Endlich wieder Radrennen
Beim GP Triberg-Schwarzwald stand ich am Samstag zum ersten Mal wieder seit der Lombardei-Rundfahrt im Oktober 2007 am Start. Auch wenn mir bewusst war keine Rolle beim Ausgang des Rennens zu spielen, überwog die Freude wieder dabei zu sein. Ich schaffte es das Ziel zu erreichen. Auf dem schweren Kurs keine Selbstverständlichkeit. Von etwa 100 Starten kamen nur 35 durch.
Am nächsten Tag in Gippingen beim GP Kanton-Argau konnte ich ein paar Aufgaben fürs Team erfüllen und sogar ein wenig Nachführarbeit leisten, um zwei Ausreißer einzuholen. Nach etwa 140km beendete ich das Rennen.
Am Mittwoch ging es in die Niederlande zum Klassiker Veenendaal-Veenendaal. Ich kam bis Kilometer 190. Als es dann ins Finale ging, war ich mit meinen Kräften am Ende und musste die anderen ziehen lassen.
Immerhin gewann meine Mannschaft zwei der drei Rennen. Am Samstag gewann unser junger Schweizer Matthias Frank und am Mittwoch feierten wir einen Doppelsieg durch Robert Förster und Sven Krauss.
Ich selber bin mit meinen ersten Rennen zufrieden. Dass ich nach so kurzer Trainingszeit nicht um vordere Platzierungen mitkämpfe, ist natürlich verständlich. Ich war sogar überrascht, dass ich mich schon relativ gut gefühlt habe und bin zuversichtlich schon bald wieder sehr gute Rennen zu fahren.
Als nächstes steht die Ster-Elektrotour auf dem Rennplan. Eine Woche danach werde ich bei den Deutschen-Meisterschaften in Bochum am Start stehen. Darauf freue ich mich besonders, da es für mich fast ein Heimspiel ist.
Lange Verletzungspause beendet
Wegen einer Nervenverletzung am Gesäß konnte ich dieses Jahr noch kein Rennen bestreiten.
Nach langer Verletzungspause und einer Operation in der vergangenen Woche, hoffe ich nun auf baldigen Einstieg in die Saison.
Nun heißt es erstmal die Grundlage für die zweite Saisonhälfte zu legen und viel zu trainieren.
Wahrscheinlich werde ich dann als erstes Rennen den GP Triberg-Schwarzwald fahren.
Höhentrainingslager in den Alpen
Zur Vorbereitung auf die Saison verbringe ich gerade eine Woche im Engadin.
In Bever in der Nähe von St Moritz mache ich unter traumhaften Bedingungen Langlauftraining.
Diesen Winter habe ich meine ersten Erfahrungen im Langlauf im Schwarzwald gemacht. Da ich nicht nur sehr viel Spaß an dieser Sportart habe, sondern auch sehr überzeugt vom Trainingseffekt bin, habe ich mich entschieden zum Ausbau der Grundlagenausdauer dieses Trainingslager einzuschieben. Hinzu kommt, dass ich mit dem Training in dem etwa 1800m hoch gelegenen Tal im Ober-Engadin einen optimalen Höhenreiz erziele.
Vorraussichtlich starte ich mit der "Volta ao Distrito Santarem" in Portugal in die Saison.
Saisonstart verschoben
Wegen leichten gesundheitlichen Problemen und nach Absprache mit meiner Teamleitung werde ich noch nicht bei der Trofeo Mallorca am Start stehen und erst etwas später in die Saison starten.
Es steht noch nicht fest bei welchem Rennen ich meinen diesjährigen Auftakt geben werde.
Noch wenige Tage bis zum Saisonstart
Jetzt sind es nur noch wenige tage bis zu meinem Saisonstart auf Mallorca. Die Trofeo Mallorca am Hafen von Palma wird wahrscheinlich mein erstes Rennen sein.
In meiner Vorbereitung auf die vergangene Saison bin ich fast ausschließlich nur Rad gefahren. Schon im Dezember saß ich bis zu fünf Stunden täglich auf dem Rad. So hatte ich schon früh in der Saison eine gute Form, war aber offensichtlich verletzungsanfällig und hatte so mehrmals Probleme.
Deshalb habe ich diesen Winter mein Training umgestaltet. Auf dem Plan standen Training in einer Kletterhalle, Langlaufen im Schwarzwald, Fitness- und Krafttraining, viel Kräftigungs- und Krankengymnastik, Mountainbiken und nur wenig Straßentraining. Ziel war eine bessere allgemeine athletische Ausbildung.
Nun bestimmt allerdings wieder das Radtraining den Tagesablauf.
Bis auf wenige Kleinigkeiten bin ich gesund durch den Winter gekommen und nun freue ich mich schon riesig auf die ersten Rennen.
Die Sparkasse Sprockhövel als Unterstützer für 2008
In meiner Heimatstadt konnte ich erfreulicherweise vor einigen Tagen mit der Sparkasse Sprockhövel einen Fördervertrag abschließen. Besonders in der jetzigen problematischen Zeit für den Radsport, freue ich mich riesig, dass es Sponsoren wie die Sparkasse gibt, die Sportlern wie mir die Chance geben zu zeigen, dass der Radsport wieder auf dem richtigen Weg ist.

Ich freue mich bei einigen von der Sparkasse Sprockhövel unterstützen Aktionen 2008 teilzunehmen und hoffe vor allem Kindern eine Freude bereiten zu können.
Für mich hat die Vorbereitung für die Saison 2008 bereits begonnen. Damit werden auch wieder regelmäßiger Berichte über mich auf meiner Homepage erscheinen.
In wenigen Tagen werde ich über mein Wintertraining berichten und meine vorläufige Planung für die kommende Saison vorstellen.
Saison 2007 beendet
Bei den letzten vier Rennen im Oktober in Italien, inklusive Lombardei-Rundfahrt habe ich meine Aufgaben fürs Team gut erfüllen können. Zu den Erfolgen von Fabian und Davide, der nach seinem 5. Platz bei der Lombardei 2. in der Gesamtwertung der Pro-Tour2007 geworden ist, konnte ich meinen Teil beitragen.
Meine erste Saison in einem Pro-Tour Team ist nun zu Ende und ich bin froh, dass jetzt etwa ein Monat Renn- und Trainingspause ist.
Trainingspause heißt natürlich nicht Verzicht aufs Radfahren, zum Beispiel mit dem Mountainbike. Die unerbittlichen Trainingspläne für das nächste Jahr kommen ab Dezember früh genug auf mich zu.
Mein erstes Jahr bei Gerolsteiner: Eine Super-Truppe, in der ich von Anfang an akzeptiert wurde. Ein Team, in dem ich mich bis heute absolut wohl fühle.
Mein erstes Jahr in der Pro-Tour: Puh, das war für mich schon ein gewaltiger Schritt nach vorne. Ständig nur Weltmeister, Olympiasieger und Fahrer mit allen möglichen Erfolgen um sich zu haben und hin und wieder zu sehen, das nicht viel bis zur absoluten Weltspitze fehlt, war großartig.
Ständig auf Reisen, im Flieger oder auf Europas Strassen unterwegs, es war ein anstrengendes aber schönes Jahr.
Fast genau 30 000 Kilometer habe ich auf dem Rad gesessen, davon 11700 Rennkilometer.
Bis Ende 2008 geht es weiter mit Gerolsteiner. Ich werde mich weiterhin voll engagieren und freue mich schon auf das baldige Teamtreffen und die folgende Teampräsentation.
Weitere Rennplanung
Meine Rennplanung für das restlich Jahr 2007 ist jetzt online. Bitte beachtet auch die neuen Bilder in der Galerie.
Vuelta Tagebuch
Link zu meinem Vuelta-Tagebuch.
Abreise zur Vuelta
Nun ist es so weit: Morgen geht es nach Spanien. Dort werde ich Samstag bei der drittgrößten Rundfahrt der Welt, der Vuelta a Espagna, am Start stehen.
Letzte Woche konnte ich noch einmal meine Form bei der Regiotour testen.
An einem Tag sprang ein sechster Platz beim schweren Einzelzeitfahren, mit Start und Ziel in Sexau, raus. Für mich persönlich war dieses ein schöner Erfolg, da es meine erste Topplatzierung nach meiner längeren Verletzungspause war. Es war mein erstes Einzelzeitfahren in dieser Saison und es war toll einige Leute mit dieser Platzierung in der wohl „ehrlichsten“ Disziplin des Straßenradsports zu überraschen. Anscheinend wussten bisher noch nicht viele, dass ich kein schlechter Zeitfahrer bin.
Die Regiotour war für mich vor allem wichtig, da ich mir nun sicher sein kann eine gute Form zu haben.
Da in diesem Jahr beim Giro d’Italia einiges schief gegangen ist, ich Sturz- und Verletzungspech hatte, ist mein Hauptziel gesund die Vuelta zu überstehen und natürlich meine Aufgaben im Team so gut wie möglich zu erfüllen.
Da mein Tagebuch beim Giro d’Italia gut besucht war, versuche ich euch wieder hier auf meiner Homepage auf dem Laufenden zu halten. Zumindest alle zwei bis drei Tage werde ich einen kurzen Bericht über meine Erfahrungen und meinen „Zustand“ online setzen.
Link zum Vuelta-Tagebuch
Nur noch wenige Tage bis zur Vuelta
In eineinhalb Wochen beginnt die Vuelta a España. Dort werde ich zum zweiten Mal dieses Jahr am Start einer dreiwöchigen Rundfahrt stehen.
Diese Woche werde ich noch die Regiotour bestreiten. Dort hole ich mir den letzten Schliff für die wohl drittgrößte Rundfahrt der Welt. Jedoch bin ich auch für die Regiotour besonders motiviert, da ich dort einige Kilometer durch meine Wahltrainingsgegend im Schwarzwald fahren werde. Außerdem ist es meine erste deutsche Rundfahrt in diesem Jahr.
Auch wenn es schön ist in südlichen Ländern, wie zuletzt in Spanien (San Sebastian) und Frankreich (Paris-Corrèze) in angenehm warmen Klimas zu fahren, bin ich sehr gerne in Deutschland am Start. Wie ich letzten Sonntag in Hamburg bei den Vattenfall Cyclassics wieder festgestellt habe ist die Atmosphäre bei den Radrennen trotz der vielen negativen Schlagzeilen unheimlich gut.
Das lässt mich hoffen, dass es noch viele Menschen gibt, die an uns saubere Radrennfahrer glauben. Dass die Faszination Radsport immer noch besteht ist für mich persönlich sehr motivierend.
Brixiatour
Das erste Rennen nach meiner Verletzung
Letzte Woche konnte ich bei der Brixiatour wieder ins Renngeschehen eingreifen. Nach dem Ausstieg beim Giro d ’Italia (wegen einer Sehnenverletzung), mühseligem Neuaufbau mit Krankengymnastik, Krafttraining und nur langsam steigernden Trainingsumfängen auf dem Rad, war die Vorfreude auf das Rennen groß.
Es waren vier sehr harte Tage für mich und das gesamte Team. Wir wussten vom ersten Tag an, dass Davide in einer sehr guten Form ist und er die Chance hat die Rundfahrt zu gewinnen. Das bedeutete für uns Helfer, dass viel Arbeit auf uns zukommen würde.
Schon bei der ersten Etappe leisteten wir viel Führungsarbeit, um das Feld bis zum letzten entscheidenden Schlussanstieg zusammenzuhalten. Davide gewann diese Etappe und fuhr somit im Führungstrikot der Rundfahrt.
Die nächsten drei Tage kämpften wir in fast unerträglicher Hitze immer wieder gegen die vielen Attacken der anderen Teams an und schafften es Davide jedes Mal in eine aussichtsreiche Position für die Etappenankünfte zu bringen. Davide war so stark, dass er die Führung im Gesamtklassement nicht mehr abgab.
Für mich persönlich ist es ein toller Erfolg, einen Teil zu Davides Sieg beigetragen zu haben. Das eine oder andere Mal musste ich ans Limit gehen und die Belastung war für mich sehr hoch. Das wichtigste für mich ist nun die Gewissheit zu haben, dass meine Sehne eine solche Anstrengung wieder aushält. Außerdem war es eine gute neue Erfahrung für mich, die Gesamtführung meines Kapitäns über vier Tage und fünf Etappen zu verteidigen und das Feld zu kontrollieren.
Nun freue ich mich auf die nächsten Rennen. Der erste Knaller wartet schon am Samstag auf mich: Der Klassiker „San Sebastian“.
Neue Renntermine
Meine Rennplanung für die nächsten Monate steht jetzt fest . Zur Rennplanung.
Einige Wochen Rennpause
Eine Sehnenreizung am hinteren Oberschenkel war der Grund für mein Ausscheiden beim Giro d’Italia und ist auch der Grund für meine längere Rennpause.
Da ich in dieser Saison schon mehrmals an dieser Stelle Probleme hatte und deshalb z.B. bereits Tirreno-Adriatico absagen musste, ist es nun notwendig diese Schwachstelle speziell zu stärken.
Nach einigen Tagen Behandlung und Ruhe bin ich nun wieder im Training: Krankengymnastik, Krafttraining und nur lockeres Radtraining.
Wann ich wieder ins Renngeschehen eingreife, steht noch nicht ganz fest.
Allerdings bin ich mir sicher, dass ich spätestens bei der Sachsentour wieder topfit bin und noch eine gute zweite Saisonhälfte haben werde.
Neue Giro-Bilder online
In der Galerie sind neue Bilder vom Giro 2007 zu sehen. Zur Galerie.
12. Etappe
"Das war’s – der Giro ist für mich vorbei" . Zum Tagebuch.
Tagebuch beim Giro d’Italia
Der Giro beginnt am 12. Mai. Ganze drei Wochen und 21 Etappen geht es durch ganz Italien. Bei der Betrachtung des Höhenprofils könnte man glauben, dass die Organisatoren versuchen jeden Berg in Italien mitzunehmen.
Meine Ziele und Erwartungen für den Giro sind schwer zu definieren, da es meine erste Rundfahrt über drei Wochen ist. Am Ende möchte ich zufrieden mit meiner Leistung sein, viele Erfahrungen gesammelt haben, Mailand erreichen und das eine oder andere Mal gezeigt haben, dass ich das Potenzial zu einem großen Bergfahrer habe.
Um Euch immer auf dem Laufenden zu halten und interne Infos zukommen zu lassen, werde ich ein Tagebuch schreiben, dass über die Seiten www.radsport-aktiv.de, www.gerolsteiner.de und hier auf meiner Homepage zu finden ist. Ab dem 11. werde ich täglich abends berichten.
Viel Arbeit bei drei großen Klassikern
Flèche Wallonne, Liège-Bastogne-Liége und Rund um den Henninger Turm waren die drei letzten Rennen, die ich bestritten habe. Zu allen Rennen reisten wir mit einer schlagfertigen Truppe an. Mit Fabian Wegmann, Stefan Schumacher und Davide Rebbelin hatten wir mindestens drei Fahrer die bei den Ausgängen der Rennen mitmischen sollten.
Für mich hieß das, dass ich all meine Kraft dafür einsetzten sollte, unsere Spitzenfahrer in eine optimale Position fürs Finale zu bringen und sie rundum zu versorgen.
Bei „Flèche Wallonne“ konnte ich nach einem kleinen Sturz im letzten Rennviertel noch wichtige Arbeit verrichten, indem ich Löcher zu Ausreißergruppen schließen konnte, bis auch ich am Ende meiner Kräfte war. Etwa elf Minuten nach Davide rollte ich ins Ziel. Es freute mich riesig, dass ich auch einen Teil zu dem grandiosen Sieg von Davide beitragen konnte.
Vier Tage später startete ich bei meinem bisher größten Eintagsrennen „Liège-Bastogne-Liège“, dem ältesten Klassiker. Wir hatten vor das Rennen zu kontrollieren, was uns auch sehr gut gelang. Vier Rennfahrer setzten sich zu Beginn des Rennens ab. Der Vorsprung wuchs schnell auf 18 Minuten an. Ich bekam die Aufgabe die Nachführarbeit zu leisten um unseren Rückstand nicht weiter anwachsen zu lassen und später zu verkleinern. Etwa 140 Kilometer führte ich das Feld an. Nach meiner getanen Arbeit stieg ich bei der zweiten Verpflegung aus und sah mir das Finale im Bus an. Trotz starker Leistung von Davide und Schumi reichte es leider nicht ganz zum Sieg.
Von Belgien ging es direkt nach Frankfurt, zum Rennen „Rund um den Henninger Turm“. Da wir nicht auf einen Sprint setzten wollten, nahmen wir uns vor das Rennen im Taunus schwer zu machen. Ich konnte das Tempo einige Male verschärfen, um so die Attacken unserer Chefs vorzubereiten. Leider entwischte uns eine Gruppe mit dem späteren Sieger Patrik Sinkewitz. Da wir nicht die einzige Mannschaft waren, die Interesse haben musste die Gruppe einzuholen. Kam es zu einem Pokerspiel, wer die Nachführarbeit im Feld leistet.
Das Pokerspiel verloren alle im Feld sitzenden Mannschaften. Die Gruppe um Sinkewitz rettete ihren Vorsprung ins Ziel.
Für meine mannschaftsdienliche Arbeit bekam ich von vielen im Team Lob und auch ich bin mit meiner Form sehr zufrieden gewesen.
Übrigens hat meine neue Frisur weder etwas mit meiner politischen Einstellung zu tun, noch möchte ich einem anderen Rennfahrer nacheifern oder habe ich eine Wette verloren.
Die Glatze hab ich mir zum Spaß selbst verpasst und bequem ist sie eigentlich auch.
Also vielleicht erhalte ich meine neue „Haarpracht“ noch etwas. :)
Meine bisher schwerste Rundfahrt
Die Vuelta Pais Vasco (Baskenlandrundfahrt) war nicht nur wegen ihres bergigen Profils und des schlechten Wetters, sondern vor allem wegen der angriffslustigen Fahrweise des Pelotons extrem schwer.
Als bei der ersten Etappe nach nur zwölf Kilometern vier Ausreißer einen Vorsprung von fast sechs Minuten hatten, bekam ich die Aufgabe zusammen mit zwei Lampre-Fahern die Nachführarbeit zu leisten, um den Rückstand nicht zu groß werden zu lassen und anschließend zu verkleinern. Nach ca. 100km im Wind, ständigem Bergauf und Bergab konnte ich mich verabschieden. Die Arbeit hatte sich gelohnt, denn unsere drei Faher fürs Gesamtklassement (Bernhard, Schumi, Davide) waren am Ende der Etappe alle in aussichtsreicher Position. Außerdem war es auch für mich ein gelungener Start in die ProTour Szene. Alle im Team waren mit mir sehr zufrieden. Immerhin konnte ich bei meinem zweiten ProTour Rennen überhaupt (1. PT-Rennen: Deutschlandtour 2006) das Feld über viele Berge anführen und dem einen oder anderen Fahrer im Peloton durch meine Tempoarbeit Schmerzen zufügen.
Auch wenn ich bei der ersten Etappe viel Kraft auf der Straße ließ, habe ich bei den folgenden Etappen das Team so gut wie möglich unterstützt: Flaschen, Essen, Regenjacken usw. vom Begleitfahrzeug holen oder zurückbringen, unsere Leute aus dem Wind halten und im Feld nach vorne Fahren oder Nachführarbeit im Feld leisten.
Selbst bei der vermeintlich leichtesten 3. Etappe sind wir so losgerast, dass nach zwei Rennstunden das Feld nur noch aus ca. 120 Fahrern bestand.
Bei der 5. Etappe musste ich leider aussteigen. Das schlechte Wetter und die schmalen schmierigen Straßen machten die topographisch schwerste und letzte Etappe nicht leichter. Nach nur wenigen Kilometern zerfiel das Feld in mehrere Gruppen. Nach vergeblichem Kampf und Versuch nach vorne zu kommen, fand ich mich in einer hinteren Gruppe wieder. Nach einiger Zeit war klar, dass diese Gruppe das Ziel nicht vor Kontrollschluss erreichen würde und ich stieg bei der Verpflegung ins Auto. Diese Etappe beendeten keine 100 Fahrer. Auf der letzten Abfahrt stürzte Schumi schwer und musste die Rundfahrt ebenfalls beenden. Eine seiner Wunden wurde mit 14 Stichen genäht. Und das alles am Freitag dem 13.!
Allerdings waren ich und auch das Team mit meiner Leistung während der gesamten Rundfahrt zufrieden. Die Ergebnisse in der Gesamtwertung mit den Plätzen 6 (Davide Rebellin) und 15 (Bernhard Kohl, mein Zimmerkollege) können sich ebenfalls sehen lassen.
Als nächste Rennen werde ich die Klassiker „Fleche-Wallonne“, „Lüttich-Bastogne-Lüttich“ und „Henninger Turm“ betreiten. Die Niedersachen-Rundfahrt fällt daher für mich aus.
Mein Start in die Saison 2007
Das Einrichten meiner neuen Wohnung in meiner Wahltrainingsgegend in Emmendingen, die Motivation sich für die erste Saison in einer ProTour Mannschaft vorzubereiten und der frühe Start ins Renngeschehen in Qatar ließen den Winter für mich nur sehr kurz erscheinen. Jetzt ist es bereits April und ich stehe kurz vor meinem ersten Einsatz bei einem ProTour Rennen für das Team Gerolsteiner, der Vuelta Ciclista al Pais Vasco.
Hauptsächlich ist dieses Jahr mein Ziel möglichst viel zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Außerdem hoffe ich möglichst oft unsere Kapitäne bei großen Erfolgen unterstützen zu können.
Ich bin mit meinem Einstand im Team Gerolsteiner sehr zufrieden. Ich konnte die Mannschaft bei den ersten Rennen oft unterstützen und sogar schon Akzente setzen, wie zuletzt bei der Settimana Internazionale, bei welcher ich das Bergtrikot erobern konnte. Für mich etwas besonderes, da es mein erster Erfolg fürs neue Team war.
Im Moment fühle ich mich fit und freue mich auf die nächsten Rennen der Saison. Ich denke, dass ich bis zum Giro meine Form kontinuierlich steigern kann.
